Für Smart City im Gespräch: Carsten Krinke, Svenja Fuhrich, Thomas Nern, Mustafa Sancar (v.l.n.r.) (Foto: Stadt Hildesheim)

Unter der Dachmarke Hi Zukunft werden seit dem 01. Januar 2022 die Themenbereiche Smart City und Fachkräftemanagement geführt. Smart City hat das Ziel, Hildesheim technologisch fortschrittlicher, „grüner“ und sozial inklusiver zu gestalten. Hi Zukunft greift dabei auf ein großes Netzwerk zurück und dient als kompetenter Ansprechpartner für Bürgerinnen und Bürger, Unternehmen und Institutionen.

Zusammen mit einer Vielzahl an Akteuren aus der Region, wie der HI-REG verfolgt Hi Zukunft das Ziel, die Attraktivität des Standortes Hildesheim zu sichern und gemeinsam Perspektiven für die Region zu schaffen.

Hildesheim wird #SmartCity!

Die Stadt Hildesheim wurde im Sommer 2021 als eine von 28 Kommunen vom Bundesministerium für Wohnen, Stadtentwicklung und Bauwesen zur „Modellkommune Smart Cities“ berufen. Für fünf Jahre stehen damit insgesamt 17,5 Millionen Euro Projektmittel zur Verfügung, mit der Zielsetzung modellhafte Projekte für die smarte Stadt von Morgen zu entwickeln, zu testen und umzusetzen. Diesen Weg will das Projektteam „Smart City“ gemeinsam mit der Stadtgesellschaft gehen und setzt darüber hinaus auf Partner aus Wirtschaft und Wissenschaft, die das Vorhaben inhaltlich und finanziell über den jetzt angestoßenen Prozess hinaus unterstützen. In diesem Sinne gab es am 21. April 2022 eine erste hybride Infoveranstaltung:

Hildesheim verbinden viele Menschen mit ehrwürdigen Kirchen, dem 1000-jährigen Rosenstock oder dem historischen Marktplatz. Doch auch mit einer fortschrittlichen und innovativen Stadt? Mit dieser Frage leitete Svenja Fuhrich, Fachbereichsleiterin bei der Stadt Hildesheim für Fachkräfte, Smart City und Beteiligungen, die hybride Infoveranstaltung ein. Knapp 100 interessierte Bürgerinnen und Bürger waren der Einladung ins Roemer- und Pelizaeus-Museum gefolgt oder sahen bequem von zu Hause aus via Webkonferenz zu. Fuhrich machte in ihrer Begrüßung deutlich: Eine intelligente, smarte Stadt Hildesheim ist nicht nur innovativ und vernetzt, sondern auch grün. Es geht um energieeffizienten Wohn- und Arbeitsraum, bessere Verkehrsführung, die gleichzeitig den CO2-Ausstoß verringert oder auch Bürgerservices, die von Zuhause aus getätigt werden können.

Ziele, Transparenz und Teilhabe: Wichtige Bausteine auf dem Weg

Doch wie kann man sich eine Smart City vorstellen? Fabian Wächter, operativer Leiter des Modellprojekts Smart City Hildesheim, verdeutlicht direkt zu Beginn seines Vortrags: Smart City durchzieht alle Lebensbereiche und steigert die Lebensqualität für alle Bürgerinnen und Bürger. Eine einheitliche Definition einer „Smart City“ gibt es zwar nicht, trotzdem hält die Smart City Charta der EU von 2017 ein paar Leitlinien bereit, aus denen sich ein Rahmen für Hildesheims Vorhaben ableiten lässt: Smart City Hildesheim ist ein fortlaufender Stadtentwicklungsprozess zu einer intelligenten, vernetzten Stadt, sie bringt Innovationen hervor und legt dabei großen Wert auf Ressourcenschutz. Um dies zu erreichen, braucht es eine Strategie, die den Rahmen mit klaren Zielen und Handlungsfeldern steckt, sowie eine besonders enge Form der Kooperation: „Wir benötigen eine andere Form der Teilhabe mit Ihnen, den Bürgerinnen und Bürgern dieser schönen Stadt. Dabei geht es nicht mehr nur um schlichte Umfragen zur Stadtentwicklung, sondern darum, gemeinsam in einem Prozess die Probleme anzugehen und Lösungen zu entwickeln und somit die Chance, auf eine ganz eigene Version der smarten Stadt Hildesheim“, betont Wächter.

Die Datenbasis ist der Grundstein der Smart City

Basis einer intelligenten, vernetzten Stadt Hildesheim sind Daten. Hierfür benötigt es eine passende Infrastruktur und Kompetenzen, diese auszubauen. Es geht darum, Daten in einer gewissen Anzahl und Qualität zu sammeln, um einerseits die vorliegenden Probleme zu erkennen und entsprechende Lösungen zu entwickeln, aber auf der anderen Seite auch, um bessere Vorhersagen treffen zu können. Pendlerverkehr, Hochwasserschutz oder CO2-Reduktion sind hierfür nur einige Beispiele. Gesammelt werden sollen diese Daten, etwa zu Verkehrsfluss, Wetter, Wasserständen, Bodenfeuchte, Energieverbrauch oder CO2-Ausstoß über entsprechende Sensormesssysteme. Datenschutzkonform zusammengeführt und analysiert werden die Daten auf einer sogenannte „Urban Data Plattform“.

Eine intelligente Stadt dient den Hildesheimerinnen und Hildesheimern

Im Anschluss diskutierten Svenja Fuhrich, Prof. Dr. Thomas Nern, Vizepräsident Studium und Lehre an der HAWK sowie Mustafa Sancar, kaufmännischer Geschäftsführer der EVI Energieversorgung über die Wege und Pläne Hildesheims zur Smart City. Moderiert wurde die Runde von Carsten Krinke, Director bei der Beratungsgesellschaft Capgemini Invent. Capgemini Invent begleitet ebenfalls den aktuell laufenden Strategieprozess. Alle drei Teilnehmer machten immer wieder deutlich: Die Entwicklung einer Vision sowie der passenden Maßnahmen gelingt nur im Schulterschluss zwischen Verwaltung, Wissenschaft und Wirtschaft gemeinsam mit den Bürgerinnen und Bürgern der Stadt. Denn eine smarte Stadt von heute und morgen soll den Hildesheimerinnen und Hildesheimern dienen. Erste Ideen wurden bereits am Abend diskutiert.

Smart City braucht uns alle

Ein Teil der Begrüßung konnte zum Ende des Abends auch als Apell verstanden werden: „Eine Smart City lebt davon, dass wir alle daran mitarbeiten und ein Teil der Bewegung werden“, so Svenja Fuhrich. Die Infoveranstaltung war hierfür ein erster Auftakt. Weitere Infoveranstaltungen und Bürger:innen-Workshops sind geplant, um gemeinsam Ideen und Lösungen für die Smart City Hildesheim zu entwickeln. Zum Nachschauen finden Sie die gesamte Veranstaltung auf YouTube unter Hi Zukunft oder weitere Informationen unter www.stadt-hildesheim.de/smartcity. Haben Sie bereits erste Ideen oder Fragen zu Smart City? Dann schreiben Sie gern an hi-zukunft@stadt-hildesheim.de.