Unter dem Dach der Gemeinschaftsinitiative „Mittelstand: Fit für die Zukunft!“ richtete die Gemeinde Freden in Kooperation mit der Sparkasse Hildesheim Goslar Peine, der Volksbank eG in Alfeld, Bad Gandersheim, Bockenem, Einbeck, Langelsheim und Seesen und der HI-REG am 8. Juni im Hotel Heipke in Freden eine Informationsveranstaltung für die vor Ort ansässigen Unternehmen aus. Bürgermeister Wolfgang Heimann war hoch erfreut über die sehr gute Resonanz und das durchweg positive Feedback der Fredener Unternehmen. Über 45 Teilnehmer informierten sich über verschiedene Themen, wie Fördermöglichkeiten, Notfallvorsorge und die Planung der Unternehmensnachfolge.

Zu Beginn berichtete Kai Weber von der HI-REG allgemein über das Thema Fördermöglichkeiten für Unternehmen und im Speziellen über ein Förderinstrument, welches Unternehmen aus dem Landkreis Hildesheim seit über zwei Jahren beantragen können. In der EU Förderperiode 2014-2020 ist der Landkreis Hildesheim Zielgebiet der GRW-Förderung zur Verbesserung der regionalen Wirtschaftsstruktur. Unternehmen aus dem Landkreis Hildesheim haben in den kommenden Jahren folglich die Möglichkeit, Zuschüsse für arbeitsplatzschaffende Investitionsvorhaben zu beantragen. „Wenn Sie gerade in der Planung eines größeren Investitionsvorhabens sind, sprechen Sie uns, Ihre Hausbank oder die Kammern frühzeitig auf das Thema Fördermittel an, da ein voreiliger Start des Vorhabens zu einem Ausschluss der Förderung führen kann“, so Weber. Die HI-REG und auch die Kammern bieten allen Unternehmen Hilfestellungen bei den zum Teil komplizierten Antragsformalitäten an. In einem individuellen Gespräch sollte jedoch zunächst erörtert werden, ob die Förderung für das jeweilige Unternehmen überhaupt betriebswirtschaftlich sinnvoll ist oder ob ggf. ein anderes oder womöglich kein Förderprogramm in Frage kommt.

Im Anschluss zeigte Dr. Thomas F.W. Schodder, Rechtsanwalt, Fachanwalt für Handels- und Gesellschaftsrecht bei Reuter-Wels-Schodder Partnerschaft mbB auf, wie Unternehmer bei Krankheit, Unfall oder Geschäftsunfähigkeit das eigene Unternehmen vor Krisen bewahren können. Er betonte, wie wichtig es sei, Vorkehrungen zu treffen, damit das eigene Unternehmen in solchen Fällen handlungsfähig bleibt. „Jeder sollte seinen individuellen Vorsorgebedarf ermitteln und dann ggf. die notwendigen Maßnahmen ergreifen, und zwar möglichst frühzeitig. Wenn keine entsprechende Vorsorge getroffen wurde, kann es sein, dass auf einmal ein gerichtlicher Betreuer Entscheidungen für das Unternehmen trifft“.

In der abschließenden Podiumsdiskussion diskutierten Oliver Kernchen (Sparkasse Hildesheim Goslar Peine), Karsten Dielzer (Volksbank eG in Alfeld, Bad Gandersheim, Bockenem, Einbeck, Langelsheim und Seesen) und Kay Fauth (HI-REG) über Schwierigkeiten und Hilfestellungen bei Investitionsvorhaben und der Nachfolgeplanung. Die Referenten betonten, wie wichtig es sei, sich mit dem Thema der geregelten Unternehmensnachfolge frühzeitig auseinanderzusetzen. Ideal sei es, mit der gut geplanten Übertragung des Unternehmens bereits bis zu zehn Jahre vorher zu beginnen und frühzeitig mit dem eigenen Steuerberater, seinem Rechtsanwalt, aber auch seinem Bankberater oder den weiteren Kooperationspartnern der Gemeinschaftsinitiative „Mittelstand: Fit für die Zukunft!“ über das Thema zu sprechen. Je früher die Nachfolgeplanung beginne, desto größer seien die Gestaltungsmöglichkeiten. Dieses gelte natürlich auch für die Verhandlung des möglichen Kaufpreises. Hier treffen die Vorstellungen des Abgebers auf die des Übernehmers und eine gesetzlich vorgeschriebene Methode zur Unternehmenswertermittlung gibt es nicht. In der Beratungspraxis ergeben sich gerade bei dieser Fragestellung die zeitintensivsten Gespräche. Diese Verhandlungen sind bei einer familieninternen Nachfolgelösung oftmals weniger problematisch. Hier treten jedoch andere Phänomene auf. Es ist nicht selten der Fall, dass eine Nachfolgeregelung aus der Familie zwar vom Abgeber erwünscht ist, der Nachfolger sich aber eher verpflichtet fühlt, als es tatsächlich zu wollen.

Mit dem Termin in Freden endet diese Veranstaltungsreihe, die seit Frühjahr 2014 in allen Städten und Gemeinden im Landkreis Hildesheim zu Gast war. Rund 900 Unternehmen haben an den Veranstaltungen teilgenommen und damit das große Interesse an dieser Form von unternehmensnaher Information bestätigt.