„neu/wagen“ (Logo: Transformation automotive Hannover/Hildesheim neu/wagen)

Netzwerk will die Automotive-Branche bei der Transformation unterstützen

Hannover/Hildesheim. Mit „neu/wagen“ Neues wagen: Die Unternehmen der Fahrzeug- und Zulieferindustrie stehen aktuell vor der Herausforderung, sich mit CO2-neutralen und ressourcenschonenden Prozessen und Produkten im globalen Wettbewerb zu behaupten. Damit das gelingt, hat die Wirtschafts- und Beschäftigungsförderung der Region Hannover mit Partnern aus Wirtschaft, Wissenschaft und Interessenvertretungen sowie der Wirtschaftsförderungsgesellschaft Hildesheim Region (HI-REG) mbH ein Projekt ins Leben gerufen, das Unternehmen der Automotive-Branche in Hannover, Hildesheim und darüber hinaus bei ihren Transformationsprozessen unterstützen will. Das Bundesministerium für Wirtschaft und Klimaschutz (BMWK) fördert dieses Vorhaben mit rund vier Millionen Euro.

Am 12. September stellte Regionspräsident Steffen Krach gemeinsam mit den Netzwerk-Partnern das Projekt „neu/wagen“ vor: Die Automobilindustrie befindet sich aktuell in einem Prozess der Transformation: zu neuen Technologien, neuen Geschäftsmodellen und neuen Qualifikationen. Wir möchten die Unternehmen bei der Umsetzung aller relevanten Trends unterstützen und haben dafür ein Netzwerk starker Partner zusammengebracht“, so Regionspräsident Krach. „Ich freue mich, dass wir den Unternehmen neben guten Kontakten auch ganz viel Knowhow und fachlichen Input zur Verfügung stellen können – das zeigt, wie viel Innovationskraft der Standort Hannover zu bieten hat.“

Für die Region Hildesheim hat die Wirtschaftsförderungsgesellschaft Hildesheim Region (HI-REG) mbH das Projekt mit initiiert und wird als Ansprechpartner in der Region Hildesheim agieren. Matthias Ullrich, Geschäftsführer der HI-REG, nennt die Gründe für das Engagement: „Der erforderliche Strukturwandel in der Automobil- und Zuliefererindustrie ist nur gemeinschaftlich zu bewältigen, um die Zukunftsfähigkeit der Unternehmen zu sichern. Die Regionen Hildesheim und Hannover sind stark durch Unternehmen dieser Branchen geprägt und verfügen über wichtige Infrastrukturen und Kompetenzen an Forschungseinrichtungen und Hochschulen, die es gilt, den ansässigen Unternehmen noch besser für Problemlösungen zugänglich zu machen.“

Neben der Wirtschafts- und Beschäftigungsförderung der Region Hannover und der Wirtschaftsförderungsgesellschaft Hildesheim Region (HI-REG) mbH ist auch die Wirtschaftsfördergesellschaft von Stadt und Region Hannover, „hannoverimpuls“, in der Partnerschaft vertreten. Außerdem beteiligen sich die Leibniz Universität Hannover, die Hochschule Hannover, die IG Metall sowie NiedersachsenMetall als strategische Partner an dem Projekt.

„Mobile Anwendungen mit CO2-neutralen Energiequellen, der Einsatz von Komponenten auf Basis einer Kreislaufwirtschaft, ökologisch und sozial nachhaltige Produktion, hybride Geschäftsmodelle durch intelligente Systeme: Das sind in der Automotive-Branche die Herausforderungen von morgen, für die wir am Standort schon heute smarte Lösungen entwickeln“, so Wirtschaftsdezernent Ulf-Birger Franz. Neben der Entwicklung neuer Technologien geht es aus Sicht von Franz auch um die strukturelle Transformation: „Die betroffenen Unternehmen stehen vor der Aufgabe, ihre Beschäftigten durch geeignete Aus- und Weiterbildungsmaßnahmen auf dem Weg in die Zukunft der Automobilindustrie mitzunehmen“, so Franz.

Das Projekt läuft zunächst über drei Jahre und beinhaltet mehrere Arbeitskreise, in denen die Netzwerkpartner gemeinsam mit innovativen Unternehmen klimafreundliche Methoden entwickeln. Vier Trends stehen dabei im Fokus: 1. Der Einsatz von Antriebssystemen, die Mobilität ohne die Emission von CO2 ermöglichen, zum Beispiel auf Basis von Batterien, Brennstoffzellen oder wasserstoffbetriebenen Verbrennungsmotoren. 2. Ansätze, die darauf abzielen, einen größtmöglichen Anteil des Ressourcenbedarfs über Werkstoffkreisläufe abzudecken, zum Beispiel durch die Verwendung von biobasierten oder recycelten Materialien. 3. Die Umstellung der Produktion auf sozial und ökologisch nachhaltige Methoden wie den Einsatz maschinellen Lernens oder kollaborierender Roboter. 4. Die Nutzung von digitalen Technologien, um die eigenen Geschäftsmodelle anzupassen und den immer individuelleren Wünschen der Kundschaft gerecht zu werden.

Den Austausch von Vertreterinnen und Vertretern der Automotive-Branche sollen so genannte Meetups, also Arbeitstreffen ermöglichen, bei denen neue Technologien vorgestellt, ein Einblick in neue Märkte und Marktsegmente gegeben und Methoden der Qualifikation, Aus- und Weiterbildung vermittelt werden. Neben den Meetups organisiert das Projektteam auch Workshops für Fach- und Führungskräfte.

Das erste Tech-Meetup zum Thema „Digitaler Zwilling“ findet am 26.10.2022 von 15.00 bis 18.00 Uhr in Form eines hybriden Events, online und in den Räumlichkeiten des Produktionstechnischen Zentrums der Leibniz Universität Hannover / PZH in Garbsen statt. Die Agenda des Tech-Meetups umfasst:

14.30 Eintreffen der Teilnehmenden (Einlass)
15:00 Begrüßung
Dr.-Ing. Michael Merwart, neu/wagen
Sven Friebe, Institut für Fertigungstechnik und Werkzeugmaschinen
15:20 „Mit dem virtuellen Sensor zum digitalen Zwilling: ein softwarebasierter Ansatz mittels KI“
Hüseyin Sahin, innoSEP GmbH
15:40 „Digitaler Zwilling in der Produktion“
Philipp Becker, Vision Lasertechnik für Forschung und Industrie GmbH
16:00 Podiumsdiskussion mit allen Referenten
16:30 Schlusswort und Start der Institutsführung
Dr.-Ing. Michael Merwart, neu/wagen
Simon Settnik, Institut für Fertigungstechnik und Werkzeugmaschinen
17.30 Netzwerken beim einem kleinen Imbiss

Anmeldung bis spätestens 17.10.2022 (es stehen für die Teilnahme vor Ort nur begrenzte Plätze zur Verfügung) über die Website der Region Hannover.

Drei weitere sind bereits in Planung: Der Workshop „Künstliche Intelligenz“ vermittelt den Teilnehmenden, welche Möglichkeiten der Einsatz von neuronalen Netzen und maschinellem Lernen innerhalb der Fertigung bietet. Ein zweites Workshopangebot veranschaulicht den Einsatz von 3D-Druckverfahren, z.B. für die Umsetzung besonders leichter Automobilkomponenten. Ein weiterer Workshop vermittelt, welche Möglichkeiten und Fallstricke der Einsatz von Leichtbaurobotern und die Implementierung von Cobots beinhaltet.