Johannes von Bloh (Copyright: Stefan Römer)Johannes, du bist kurz vor der Corona-Krise zu uns gekommen. Das war ein erstes intensives Jahr für dich. Doch neben der Unterstützung der Unternehmen hast du noch andere Aufgaben. Was machst du genau bei uns und was gefällt dir besonders an deinem Aufgabenbereich?

In der Corona-Krise stehen wir seit letztem Jahr den Unternehmen und auch Gründer:innen mit ihren Fragestellungen jeden Tag zur Seite. Das gehört natürlich weiterhin zu meinen wesentlichen Aufgaben. In meiner Hauptaufgabe als „Gründerlotse“ im Bereich Existenzgründung unterstütze ich zusammen mit meinem Kollegen Nils Horschick Gründer:innen bei allen Fragestellungen rund um das Thema Selbstständigkeit und Start-ups und begleite diese insbesondere bei der Erstellung von Businessplänen. Zur Unterstützung in dieser ersten und entscheidenden Phase gehört auch die Organisation und Durchführung von Seminaren, die wir im Rahmen der Gemeinschaftsinitiative „WiR – Wirtschaft in der Region“ zusammen mit den regionalen Partnern veranstalten. Dort wird neben erstem Grundlagenwissen zu Themen wie Businessplan, Rechtsfragen, Marketing u.a. auch weiterführendes Know-How für junge Unternehmen vermittelt.
Die Tätigkeiten sind insgesamt sehr abwechslungs- und facettenreich. Zum Beispiel habe ich bei den internen Aufgaben einen Schwerpunkt für den Bereich Erfolgskontrolle und Kartografie, bei dem ich einen Einblick in Entwicklungen in der Region erhalte. Man lernt außerdem in dem Kontakt mit Unternehmen spannende Projekte und Personen kennen und sieht Vorhaben im Landkreis wachsen, die man unterstützt hat. Das motiviert und gibt mir auch viel zurück.

Wie bist du denn selbst zu deiner Berufswahl gekommen?

Ich bin über kleinere Umwege im Studiengang Geographie an der Leibniz Universität Hannover gelandet. Zu meiner (damaligen) Überraschung mussten wir uns nach dem zweiten Semester für einen Schwerpunkt entscheiden. Meine Wahl fiel auf den Bereich der Wirtschaftsgeographie. Eine Entscheidung, die sich als absolut richtig herausgestellt hat. Sodass ich dann auch folgerichtig den Master in diesem Bereich angeschlossen habe. Über mein Studium der Wirtschaftsgeographie in Hannover kam ich dann unweigerlich in Kontakt mit dem Thema Wirtschaftsförderung. Ausschlaggebend war dann tatsächlich eine Alumniveranstaltung des WiGeoH e.V., bei dem verschiedene Geschäftsführer aus dem Bereich Wirtschaftsförderung dieses Tätigkeitsfeld sehr anschaulich und ehrlich wiedergegeben haben – die vielen sich laufend wandelnden Herausforderungen, das langfristige und strategische Vorgehen und der sichtbar werdende Einfluss des eigenen Wirkens in der Region haben damals bereits mein Interesse geweckt.
Als sich dann die Möglichkeit ergab, bei der HI-REG anzufangen, wollte ich das dann auch unbedingt mal ausprobieren und habe es bis heute noch nicht einen Tag bereut. Ich würde sagen: Ich bin genau da, wo ich hingehöre.

Du kommst aus der Region. Was gefällt dir hier besonders?

Der Landkreis hat echt viel zu bieten und ist dabei irrsinnig vielfältig und abwechslungsreich. Manches ist eher versteckt, das trägt aber zum Charme bei, da man dadurch immer wieder Neues entdecken kann. Landschaftlich zeigt sich die Vielfältigkeit von der Tiefebene mit herausragendem Lössboden, über die Berge und Hügellandschaft und die Naturschutzgebiete wie die Innersteaue. Kulturell wiederum von Weltkultureberstätten, über große, bekannte und kleine, verstecke Museen bis hin zu internationalen Kunstsammlern. Akademisch bietet die Region ebenfalls viel für Student:innen und Forscher:innen. Neben dem Beitrag zur herausfordernden Aufgabe, den Lehrermangel zu verringern, haben wir auch hoch spannende und zukunftsweisende Studiengänge, etwa im Bereich der künstlichen Intelligenz. Auch die überregionale Vernetzung der angewandten Hochschule ist aus regionalwirtschaftlicher Perspektive sehr positiv zu bewerten. Diese Vielfalt spiegelt sich dann auch in den diversen spannenden Unternehmen und Gründungsvorhaben der Region wieder. Hier haben wir einen bunten Querschnitt durch alle Sektoren mit teilweise echt herausragenden, international agierenden Champions.

Und wenn du nicht arbeitest, was machst du dann gern?

Derzeit verbringe ich natürlich viel Zeit mit meiner Frau und unserer (noch sehr) kleinen Tochter. Sonst nehme ich gerne die Landschaft wahr, entweder zu Fuß, mit dem Hund oder mit dem Rad. Ehrenamtlich engagiere ich mich in der Freiwilligen Feuerwehr und hoffe, dass wir bald wieder den so wichtigen Übungsdienst ausüben können. Vor ein paar Jahren habe ich das Schmieden als Hobby für mich entdeckt. Leider komme ich derzeit zu selten dazu, da mich andere private Projekte viel eingebunden haben. Gelegentlich stehe ich aber noch am Amboss – wenn mal Zeit ist – und ich glaube, dass ich in naher Zukunft auch wieder mehr Platz dafür schaffen kann.